



vom 26. bis 29. Juni 2008 in Freiburg
Glocken sind ein Kulturgut unserer Gesellschaft. Sie symbolisieren in unseren Breiten die christlich-abendländische Kulturtradition, auch wenn sie in anderen Kulturen wie der chinesischen ebenfalls bekannt sind und als Kultgegenstand Verwendung finden. In einer pluralen Gesellschaft wie der unsrigen, zumal im städtischen Zusammenhang, wird der Klang der Glocken zum nicht zu überhörenden Verweis auf die christlichen Wurzeln unserer Kultur. Noch heute werden Glocken traditionell zur Sterbe-Stunde Jesu Christi am Freitag gegossen und noch heute wird der Glockenguss von festgelegten Gebets-Texten umrahmt. Für viele Zeitgenossen rufen erst die Glocken die sakrale Bedeutung des Kirchturms und des Kirchengebäudes in Erinnerung. Insofern haben Glocken eine große Bedeutung für die immer wieder ‚durchklingende’ Präsenz des Christlichen im Alltag. Das gilt auch dort, wo ein Geläut aus phonetischen Gründen von Menschen als störend empfunden wird.
Wer auf dem Freiburger Münsterplatz steht oder sitzt, wird sich der Silhouette des Münsters und seines Turmes nur schwer entziehen können. Setzt dann auch noch das Geläut ein, das von dem durchdringenden tiefen Ton der Hosanna-Glocke untermalt und geprägt wird, wird der Münsterplatz von einer ganz eigenen, fast sakralen Atmosphäre erfüllt. Und dieses Erlebnis haben die Freiburger und die Besucher unserer Stadt nun seit bereits 750 Jahren. Von daher begrüße ich es als Dompropst des Freiburger Metropolitankapitels sehr, dass die Internetseiten und eine Publikation anlässlich dieses bedeutsamen Jubiläums den geschichtlichen Zusammenhang der Freiburger Hosanna und des Geläutes des Freiburger Münsters ausleuchtet und für die heutigen Menschen neu aufschließt. Ich darf diesen Seiten und dem Buch viele interessierte Leser wünschen. Mögen die Glocken des Münsters auch in Zukunft Gott die Ehre geben und den Menschen den Frieden verkünden!
Weihbischof Dr. Paul Wehrle
Dompropst
