Wolfram Menschick verstorben

Der langjähriger Eichstätter Domkapellmeister, einer der bekanntesten Komponisten der zeitgenössischen Kirchenmusik und weit über die Grenzen seines Bistums hinaus bekannte Glockensachverständige, ist im alter von 73 Jahren verstorben.


Wolfram Menschick an der Campanone im Glockenturm von St. Peter in Rom


Der frühere Eichstätter Domkapellmeister Prof. Wolfram Menschick ist am 8. Dezember in Eichstätt im Alter von 73 Jahren verstorben. Mit seinen Messen und Chorsätzen gehört Wolfram Menschick zu den am meisten gespielten Komponisten im Bereich der Kirchenmusik der Gegenwart.

Auch als Glockensachverständiger hatte Menschick einen Ruf, der ihn weit über die Grenzen des Bistums Eichstätt hinausführte. So war er seit 1972 im Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen, einem Ausschuss der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland tätig. Für diesen Ausschuss wurde er als einer der drei  Beauftragten von der Deutschen Bischofskonferenz gewählt. Eine Glocke des Eichstätter Doms erinnert ganz besonders an den Verstorbenen. Die jüngste, dem heiligen Benedikt geweihte Glocke im Geläute des Nordturms wurde im Jahr 2007 von Menschick anlässlich seines 70. Geburtstages gestiftet.

Bischof Gregor Maria Hanke, der Prof. Menschick noch kurz vor seinem Tod besuchte, würdigte den Verstorbenen als herausragende Persönlichkeit der Kirchenmusik für die gesamte Diözese Eichstätt. Nach dem Konzil habe Wolfram Menschick die Dommusik in Eichstätt im Geiste der liturgischen Erneuerung aufgebaut und ihr einen Namen gemacht weit über die Grenzen der Diözese hinaus.

Menschicks Werk umfasst 36 Messen unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade und ein Oratorium. Er komponierte und vertonte etwa 200 Motetten und Psalmen. Im Jahr 2006 schrieb er anlässlich des Besuches von Papst Benedikt XVI. in Altötting eine Marienvesper für Frauenchor, Gemeinde und Orgel. Im Juni 2010 wurde im Eichstätter Dom die "Missa pro Papa" uraufgeführt, die er Papst Benedikt XVI. widmete.

Menschick wurde in Anerkennung seiner Verdienste für die Kirchenmusik mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt. Im Jahr 2002 ernannte ihn der Papst zum Komtur mit Stern des Gregoriusordens, 2008 folgte die Ehrendoktorwürde des Päpstlichen Kirchenmusik-Instituts "Pontificio Istituto di Musica Sacra". Die Stadt Eichstätt ehrte ihn 2007 mit der Bürgermedaille.

Der Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen wird vor allem den Menschen, aber auch den engagierten Sachverständigen Wolfram Menschick sehr vermissen. Was er für die Glockenlandschaft in Deutschland positives bewirkt hat, reicht für sich alleine schon als Lebenswerk. Sein menschlich-frohes Wesen, seine Freundschaft, seine Musik wird in uns weiterleben. Seine Liebe zu den Glocken wird nie verklingen.

 

Klänge zwischen Zeit und Ewigkeit

Altarbild Kloster Lichenthal, 1497 und St. Anne, St. Tropez